Bauschaden-Atlas Plauen

Welche Bauschäden auftreten, hängt in Plauen stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Plauen dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.

Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.

Bauepochen und Schäden in Plauen im Überblick

StadtteilBauepocheBausubstanzHäufigster Schaden
AltstadtWiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre, Wohnbauten der DDR-Zeit, einzelne erhaltene AltbautenDer historische Kern wurde im Krieg fast vollständig zerstört und nicht rekonstruiert. Heute bestimmen Zeilen- und Blockbauten des Wiederaufbaus sowie Wohnbauten der DDR-Zeit das Bild, dazwischen stehen erhaltene oder wieder aufgebaute Einzelbauten wie das Alte Rathaus, die Johanniskirche und das Malzhaus. Ergänzt wird der Bestand durch Neubauten nach 1990.Wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Außenwänden und Deckenauflagern der Wiederaufbaubauten der 1950er Jahre
BahnhofsvorstadtGründerzeit, überwiegend vor 1919Geschlossene Gründerzeitzeilen mit Stuckfassaden, Erkern und Balkonen, viele davon Kulturdenkmale. Im Stadtumbaugebiet östliche Bahnhofsvorstadt stammen rund 84 Prozent des Bestands aus der Zeit vor 1919. Der Bestand ist teilweise saniert, teilweise noch unsaniert. In der DDR wurde die Altbausubstanz vernachlässigt, 1990 stand ein großer Teil leer, ergänzt wird das Viertel heute durch jüngere Wohnbauten.Aufsteigende Feuchte in Sockel und Kellermauerwerk der Gründerzeithäuser, weil eine wirksame Horizontalsperre fehlt
SüdvorstadtGründerzeit bis frühes 20. JahrhundertStädtisch geprägtes Gründerzeitviertel südlich der Innenstadt. Mehrgeschossige Mietshäuser mit gegliederten Putzfassaden, dazu Fabrikanten- und Stickereigebäude aus der Blütezeit der Textilindustrie. Der Hammerpark und der Milmesbach bilden die nördliche Grenze. Das Gelände fällt zum Tal hin ab, viele Häuser stehen am Hang.Feuchte Kellerräume durch drückendes Hang- und Schichtenwasser, weil eine Drainage und eine funktionierende Außenabdichtung fehlen
HaselbrunnGründerzeit und Kaiserzeit, Wohnbau des 20. JahrhundertsStadtteil im Norden, 1899 nach Plauen eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs im 19. Jahrhundert stark, entsprechend prägen Wohnhäuser und Villen der Gründerzeit und der Kaiserzeit das Bild. Die Markuskirche entstand 1910 bis 1913 im neobyzantinischen Stil. Das Gelände ist hängig, der Untergrund besteht aus Diabas und verwandten Festgesteinen. Später kamen Wohnbauten des 20. Jahrhunderts hinzu.Durchfeuchtete Kellerwände durch Hang- und Schichtenwasser, das sich über dem dichten Festgestein staut
ChrieschwitzPlattenbausiedlung ab 1977, alter Dorfkern des 18. und 19. JahrhundertsDer Chrieschwitzer Hang ist die größte Plattenbausiedlung der Stadt. Sie wird seit 1977 gebaut und hat heute rund 6000 Einwohner. Nach 1990 wurden rund 840 Wohnungen zurückgebaut, dadurch ist die Bebauung deutlich aufgelockert. Daneben besteht der alte Dorfkern mit zwei denkmalgeschützten Vierseithöfen und dem Herrenhaus des Ritterguts von 1884.Wärmebrücken und Schimmel an Elementstößen, Deckenauflagern und Außenwandecken der Plattenbauten
NeundorfLändliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, ergänzt um Wohnhäuser des 20. JahrhundertsEhemaliges Straßendorf mit Rittergut auf rund 445 Metern Höhe, erst 1999 nach Plauen eingemeindet. Landwirtschaftlich geprägt, mit vogtländischen Bauernhäusern aus Bruchstein mit Fachwerkobergeschossen, verschieferten Wetterseiten und großen Scheunen. Am Wartberg steht der Wasserturm. Ergänzt wird der Ort durch Eigenheime der jüngeren Jahrzehnte.Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der vogtländischen Bauernhäuser und ihrer Scheunen

Die Stadtteile im Einzelnen

Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?

In Altstadt dominiert Der historische Kern wurde im Krieg fast vollständig zerstört und nicht rekonstruiert. Heute bestimmen Zeilen- und Blockbauten des Wiederaufbaus sowie Wohnbauten der DDR-Zeit das Bild, dazwischen stehen erhaltene oder wieder aufgebaute Einzelbauten wie das Alte Rathaus, die Johanniskirche und das Malzhaus. Ergänzt wird der Bestand durch Neubauten nach 1990. aus der Zeit Wiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre, Wohnbauten der DDR-Zeit, einzelne erhaltene Altbauten. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Außenwänden und Deckenauflagern der Wiederaufbaubauten der 1950er Jahre. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Wärmebrücken und Schimmel an den ungedämmten Außenwänden und Deckenauflagern der Wiederaufbaubauten der 1950er Jahre
  • Karbonatisierter Beton und korrodierte Bewehrung an Balkonen, Loggien und vorgehängten Fassadenelementen der Bauten der DDR-Zeit
  • Gealterte Flachdachabdichtungen mit undichten Attika- und Durchdringungsanschlüssen, in der Folge Durchfeuchtung der Deckenränder
  • Setzungen und Risse dort, wo nach 1945 auf verfülltem Trümmerschutt und über alten Kellergewölben gegründet wurde

Postleitzahl 08523.

Welche Bauschäden sind in Bahnhofsvorstadt typisch?

In Bahnhofsvorstadt dominiert Geschlossene Gründerzeitzeilen mit Stuckfassaden, Erkern und Balkonen, viele davon Kulturdenkmale. Im Stadtumbaugebiet östliche Bahnhofsvorstadt stammen rund 84 Prozent des Bestands aus der Zeit vor 1919. Der Bestand ist teilweise saniert, teilweise noch unsaniert. In der DDR wurde die Altbausubstanz vernachlässigt, 1990 stand ein großer Teil leer, ergänzt wird das Viertel heute durch jüngere Wohnbauten. aus der Zeit Gründerzeit, überwiegend vor 1919. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte in Sockel und Kellermauerwerk der Gründerzeithäuser, weil eine wirksame Horizontalsperre fehlt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Aufsteigende Feuchte in Sockel und Kellermauerwerk der Gründerzeithäuser, weil eine wirksame Horizontalsperre fehlt
  • Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken, die in den durchfeuchteten Außen- und Brandwänden auflagern
  • Echter Hausschwamm in Gebäuden, die nach jahrelangem Leerstand über undichte Dächer, Rinnen und Fallrohre Wasser aufgenommen haben
  • Abgängige Blechabdeckungen an Gesimsen und Stuckfassaden, in der Folge Frostschäden und Abplatzungen, verschärft durch ungeeignete Zementreparaturen

Postleitzahl 08523.

Welche Bauschäden sind in Südvorstadt typisch?

In Südvorstadt dominiert Städtisch geprägtes Gründerzeitviertel südlich der Innenstadt. Mehrgeschossige Mietshäuser mit gegliederten Putzfassaden, dazu Fabrikanten- und Stickereigebäude aus der Blütezeit der Textilindustrie. Der Hammerpark und der Milmesbach bilden die nördliche Grenze. Das Gelände fällt zum Tal hin ab, viele Häuser stehen am Hang. aus der Zeit Gründerzeit bis frühes 20. Jahrhundert. Der häufigste Schaden ist feuchte Kellerräume durch drückendes Hang- und Schichtenwasser, weil eine Drainage und eine funktionierende Außenabdichtung fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Feuchte Kellerräume durch drückendes Hang- und Schichtenwasser, weil eine Drainage und eine funktionierende Außenabdichtung fehlen
  • Risse an den Straßenfassaden der Gründerzeitbauten durch ungleiche Setzungen im hängigen Untergrund und Erschütterungen aus dem Verkehr
  • Tauwasser und Schimmel hinter nachträglicher Innendämmung, weil die reich gegliederten Fassaden außen nicht gedämmt werden können
  • Undichte Anschlüsse und Fäulnis an Dachgauben, Erkern und Balkonen, die bei Sanierungen häufig zuletzt bearbeitet werden

Postleitzahl 08523, 08525.

Welche Bauschäden sind in Haselbrunn typisch?

In Haselbrunn dominiert Stadtteil im Norden, 1899 nach Plauen eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs im 19. Jahrhundert stark, entsprechend prägen Wohnhäuser und Villen der Gründerzeit und der Kaiserzeit das Bild. Die Markuskirche entstand 1910 bis 1913 im neobyzantinischen Stil. Das Gelände ist hängig, der Untergrund besteht aus Diabas und verwandten Festgesteinen. Später kamen Wohnbauten des 20. Jahrhunderts hinzu. aus der Zeit Gründerzeit und Kaiserzeit, Wohnbau des 20. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Kellerwände durch Hang- und Schichtenwasser, das sich über dem dichten Festgestein staut. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Durchfeuchtete Kellerwände durch Hang- und Schichtenwasser, das sich über dem dichten Festgestein staut
  • Salzausblühungen und absandender Putz in den Sockelbereichen der Gründerzeitbauten
  • Schäden an Zierfachwerk, Holzveranden und Balkonen der Villen, weil der konstruktive Holzschutz fehlt oder die Anschlüsse undicht sind
  • Fäulnis an Balkenköpfen und Sparrenfüßen dort, wo Rinnen und Fallrohre über Jahre undicht waren und die Wand hinterlaufen haben

Postleitzahl 08525.

Welche Bauschäden sind in Chrieschwitz typisch?

In Chrieschwitz dominiert Der Chrieschwitzer Hang ist die größte Plattenbausiedlung der Stadt. Sie wird seit 1977 gebaut und hat heute rund 6000 Einwohner. Nach 1990 wurden rund 840 Wohnungen zurückgebaut, dadurch ist die Bebauung deutlich aufgelockert. Daneben besteht der alte Dorfkern mit zwei denkmalgeschützten Vierseithöfen und dem Herrenhaus des Ritterguts von 1884. aus der Zeit Plattenbausiedlung ab 1977, alter Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken und Schimmel an Elementstößen, Deckenauflagern und Außenwandecken der Plattenbauten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Wärmebrücken und Schimmel an Elementstößen, Deckenauflagern und Außenwandecken der Plattenbauten
  • Versprödete Fugendichtungen an den Plattenstößen, in der Folge Wassereintritt und Korrosion an den Verbindungsbewehrungen
  • Gealterte Flachdächer mit undichten Attiken und verstopften Entwässerungspunkten, dadurch Durchfeuchtung der obersten Decken
  • Feuchtes Bruchsteinmauerwerk und Balkenfäule in den denkmalgeschützten Vierseithöfen und im Gutsgebäude des alten Dorfkerns

Postleitzahl 08527.

Welche Bauschäden sind in Neundorf typisch?

In Neundorf dominiert Ehemaliges Straßendorf mit Rittergut auf rund 445 Metern Höhe, erst 1999 nach Plauen eingemeindet. Landwirtschaftlich geprägt, mit vogtländischen Bauernhäusern aus Bruchstein mit Fachwerkobergeschossen, verschieferten Wetterseiten und großen Scheunen. Am Wartberg steht der Wasserturm. Ergänzt wird der Ort durch Eigenheime der jüngeren Jahrzehnte. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, ergänzt um Wohnhäuser des 20. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der vogtländischen Bauernhäuser und ihrer Scheunen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der vogtländischen Bauernhäuser und ihrer Scheunen
  • Abgängige Schieferdeckungen an Dächern und wetterseitigen Fassaden mit gerissenen und abgerutschten Platten
  • Aufsteigende Feuchte in den Bruchsteinsockeln der Hofgebäude, verstärkt durch angehobene Hofniveaus und dichte Beläge
  • Bauphysikalische Fehler beim Umbau von Scheunen und Stallteilen zu Wohnraum, in der Folge Tauwasser und Schimmel an den neuen Bauteilschichten

Postleitzahl 08529.

Was die Bausubstanz von Plauen prägt

  • Kriegszerstörung: Rund 75 Prozent der Bebauung wurden bis April 1945 zerstört. Die Innenstadt hat dadurch fast keinen historischen Bestand mehr, sondern Wiederaufbau- und DDR-Bauten.
  • Wiederaufbau ohne Rekonstruktion: Statt die Altstadt wieder zu errichten, entstanden in der DDR große Wohngebiete am Stadtrand. Der Chrieschwitzer Hang wird seit 1977 gebaut und ist die größte Plattenbausiedlung der Stadt. Typisch für diesen Bestand sind Elementstöße, Fugendichtungen und Flachdächer als Schwachstellen.
  • Erhaltene Gründerzeit: Bahnhofsvorstadt, Südvorstadt, Schloßberg und Haselbrunn zeugen von der Blütezeit der Textilindustrie. Im Stadtumbaugebiet östliche Bahnhofsvorstadt stammen rund 84 Prozent des Bestands aus der Zeit vor 1919. Weil die Altbauten in der DDR vernachlässigt wurden und 1990 vielfach leer standen, wirken Feuchte-, Schwamm- und Dachschäden aus dieser Zeit bis heute nach.
  • Topografie: Plauen liegt im Kuppenland zwischen etwa 305 und 525 Metern Höhe. Viele Gebäude stehen am Hang, über den dichten Diabas-Festgesteinen staut sich Schichtenwasser an den Kellerwänden.
  • Erbe der Textilindustrie: Stickereigebäude, Fabriken und Sheddachhallen stehen heute teils leer, teils werden sie umgenutzt. Typisch sind großflächige Verglasungen, Stahlbinder und flach geneigte Dächer mit gealterten Abdichtungen.

Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet

Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.

Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.